China Centrum Tübingen (CCT)

Kompetenzzentrum für Deutschland

Das China Centrum Tübingen (CCT) ist eine Initiative der Karl Schlecht Stiftung und der Universität Tübingen. Sein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland ist der Fokus auf die Werte und Werteorientierung der Menschen im chinesischen Kulturkreis. Dazu will es nicht nur Wissen über China, sondern ein echtes Verständnis gegenüber der chinesischen Kultur (Fernkompetenz) schaffen. Fernkompetenz ist nicht nur eine Fähigkeit, sondern eine Denkweise, die dabei hilft, den Austausch zu stärken, Konflikte zu vermeiden und Kooperation auszubauen.

Mission Statement


Das China Centrum Tübingen (CCT) ist eine zentrale Einrichtung der Universität Tübingen und versteht sich als Teil der auf Nachhaltigkeit gerichteten Internationalisierungsstrategie der Universität.

Beschleunigte Transformationsprozesse weltweit erfordern eine intensivere wechselseitige interkulturelle Wahrnehmung und damit vertieftes Wissen voneinander. Auf der Basis gemeinsamen Wissens ist es möglich Vertrauen zu stiften. Dies gilt insbesondere für China, das auf den Gebieten Wissenschaft und Technik derzeit einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfährt.
Entsprechend sieht sich das CCT als Brückeneinrichtung zur Verknüpfung von Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft mit drei zentralen Handlungsfeldern:

  1. Im Handlungsfeld „China-Kompetenz“ organisiert das CCT innerhalb der Universität Tübingen den Dialog mit China sowie über auf China bezogene Themen. Dabei sollen nicht nur interkulturelle Kompetenz in Form von Wissen über den chinesischen Kulturkreis, sondern auch die Entwicklung wechselseitigen Verständnisses unter Berücksichtigung unterschiedlicher Werthorizonte gefördert werden. Solche Fernkompetenz ist dabei nicht nur eine Fähigkeit, sondern eine Denkweise und zugleich eine Haltung, die dabei helfen können, den Austausch zu stärken, Konflikte zu vermeiden und Kooperationen auszubauen.

  2. Im Handlungsfeld „Wirtschaftskultur“ wird die wissenschaftsgeleitete und praxisfundierte Auseinandersetzung mit der chinesischen Wirtschaftskultur gefördert, mit dem Ziel wechselseitiges Wissen und gegenseitige kulturelle Wertschätzung zu stärken. Dabei gilt es, die kulturellen Unterschiede aufzuzeigen und die festgestellten Differenzen produktiv nutzbar zu machen. Im Mittelpunkt stehen die in China vorherrschenden spezifischen Wertvorstellungen, die unternehmerischem Handeln zugrunde liegen, insbesondere Vertrauen. Neben der wissenschaftlichen Erforschung dieser Thematik sollen auch Impulse von außerwissenschaftlichen Akteuren, wie z.B. aus der Wirtschaft, aufgenommen, verarbeitet und als Denk- und Diskussionsanstöße wieder in die Wirtschaft und in die Zivilgesellschaft hinein zurückgegeben werden.

  3. Das Handlungsfeld „China im Schulunterricht“ trägt der zunehmenden Bedeutung des Chinesischen als globaler Wirtschafts- und Wissenschaftssprache Rechnung. Hierfür ist die Etablierung und langfristige Verankerung des Chinesischen als Schulfach erforderlich. Dies wiederum bedarf des Auf- und Ausbaus einer grundständigen Lehrerausbildung im Fach Chinesisch. Die Aktivitäten zur Beförderung dieser Ziele, einschließlich der frühen Vermittlung wissenschaftlich-didaktisch fundierter China-Kompetenz für Schüler und Lehrer an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen, werden an dem im CCT angesiedelten Erich-Paulun-Institut gebündelt, koordiniert und umgesetzt.

Mit diesen Handlungsfeldern besitzt das CCT ein Alleinstellungsmerkmal, das es weiter zu schärfen und auszubauen gilt.

 

Impressionen von der Eröffnung am 21. April 2016

 

"Mit der Gründung des CCT wird heute ein neues Kapitel der China-Forschung aufgeschlagen. Meines Erachtens geschieht dies genau zur richtigen Zeit. Denn China und Deutschland verbindet heute eine Partnerschaft, die enger und vertrauensvoller ist als je zu vor. (...) Sowohl von der Struktur als auch von der Themenwahl her sehe ich im CCT ein besonders zukunftsträchtiges und nachhaltiges Modell."
Prof. Dong Qi, Botschaftsrat Bildung, Chinesische Botschaft Berlin

"Ich finde den Austausch auf der zunächst universitären bzw. wissenschaftlich-akademischen Ebene wichtig. Aber nicht nur - sondernauch, dass man das dann in Praxisprojekten umsetzt, reflektiert und dafür vielleicht auch Leuchtturmprojekte schaffen kann."
Prof. Dr. Wilfried Mödinger, HS der Medien Geislingen

"Ich unterrichte klassisches Saxophon an der Musikhochschule in Stuttgart und habe dort viel mit chinesischen Studenten zu tun. So habe ich schon viele Einblicke bekommen in die Art, wie Chinesen mit dem Lernen und mit der Vorbildung umgehen. Ich habe auch schon mehrere Chinatourneen gemacht - unlängst ist eine Zusammenarbeit mit einer chinesischen Saxophon-Firma entstanden. Dass hier jetzt eine Institution entsteht, die Teile von dem, was ich auch tue, versucht zu fördern und zu unterstützen, interessiert mich natürlich sehr."
Nikola Lutz, Ensemble Sinogerman Sounds

"Ich habe meine Doktorarbeit über Tu Wei-Ming geschrieben, deswegen war das für mich irgendwie der wichtigste Tag meines Lebens. Ich bin sehr begeistert, dass er hier ist. Von unserer Seite, dem Weltethos-Institut, hoffen wir, dass wir unsere Weltethos-Idee auch in China besser verbreiten können. Durch die Beziehung mit dem CCT und dem Weltethos-Instiut Peking versuchen wir, weiter in diese Richtung zu gehen."
Jonathan Keir, Weltethos-Institut Tübingen